Früherkennung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD)
Als Makula (gelber Fleck) wird die Stelle des schärfsten Sehens an der Netzhaut bezeichnet. Unter der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) versteht man die Anhäufung von Ablagerungsprodukten der Netzhaut an der Makula. Sie ist die häufigste Ursache des zentralen Sehverlustes im höheren Erwachsenenalter in den Industrienationen. Es gibt zwei Formen der AMD:
Die trockene Makuladegeneration
Bei dieser Form kommt es durch unzureichend abtransportierte Stoffwechselprodukte innerhalb der Netzhaut zu einer eingeschränkten Gefäß- und Nährstoffversorgung der sensiblen Sinneszellen. Dies führt zu einer Atrophie (Gewebeschwund mit daraus folgendem funktionellem Untergang) der betroffenen Bereiche. Aktuell gibt es in Deutschland noch keine medikamentöse Therapie, die das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten kann.
Fortgeschrittene AMD mit geographischer Atrophie (rechts), Drusen und Pigmentepithelverschiebungen. Foto: Sunir Garg, MD.
Die feuchte Makuladegeneration
Infolge der gestörten Blut- und Nährstoffzirkulation bei AMD sendet der Körper biochemische Signale, die dazu führen, dass neue Blutgefäße unterhalb der Netzhaut wachsen. Diese können aufgrund der strukturellen Schädigungen in die Netzhaut vordringen. Häufig sind diese neuen Gefäße jedoch “durchlässig” und fragil, sodass Flüssigkeit/Blut in die Netzhaut sickern kann, dort die Sinneszellen schädigt und die reguläre Netzhautschichtung beeinflusst. Seit 2005 ist die Behandlung der feuchten AMD mittels intravitrealer Injektionen (Einspritzungen in den Glaskörper des Auges), sogenannter Anti-VEGF Präparate, zugelassen. Diese sollen das weitere Wachstum pathologischer Gefäße aufhalten.
Feuchte AMD mit Einblutungen und Flüssigkeitsaustritt in/unter die Netzhaut. Bild: Dr. med. Romano Krist, buergerhospital-ffm.de